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Mir stellen sich die Nackenhaare zu Berge, wann immer mir Bands in die Quere kommen, die meinen, mit aller Gewalt lustig sein zu müssen. Eben diese Angst beschleicht mich beim Studium des Promozettels zu „Bloodrush“, dem Zweitling der Schwaben DARGOLF METZGORE. Skeptisch lege ich schliesslich ein Ohr auf die Schiene – und werde sofort überrollt vom D-Zug der sich „Bloodrush“ nennt. Wo genau ich anfangen soll, weiß ich nicht, da die Pluspunkte Schlange stehen und sich penetrant meiner Aufmerksamkeit zu bemächtigen versuchen. Unter akuter Reizüberflutung erkenne ich zunächst bloße Energie, der zu folgen mir nicht auf Anhieb gelingt, weswegen ich den Faden der Geladenheit ein ums andere Mal aufgreifen muß, um ihn nicht zu verlieren. Habe ich mich mit der rotierenden Keule angefreundet und mich ans Massaker gewöhnt, erkenne ich nach und nach klare Bilder, die sich als vertrackte Tonbauten entpuppen und dem Gesamtwerk Fundament und Gipfel gleichermaßen sind. Schubladisieren würde ich das erlebte als technisch irre anspruchsvollen Death Thrash der neuen Schule, wie ich ihn mit keiner anderen Band akut vergleichen möchte. Sämtliche Musikanten bedienen ihre Klangkörper computergleich und erreichen handwerkliche Perfektion, die alle bisherigen Underdog-Maßstäbe knicken und vergessen machen. DARGOLF METZGORE wirken daher am eindrucksvollsten in den Passagen, die ohne Stimme auskommen, da hier die Transparenz der Instrumentierung überragend ist – was nicht heißen soll, dass vokale Abstriche gemacht werden, denn auch der Frontmann schreit wie ein ganz Großer und dürfte inzwischen keine Seele mehr im Leib haben. Wie dem auch sei, es geht jedenfalls zur Sache mit höchst impressivem Songwriting, das dank seinem Facettenreichtum in der Lage ist, ein Spektrum abzudecken, das eigentlich außer Reichweite schien. Mal regiert die blanke Raserei, mal melodische Abschnitte, mal genügt ein geniales Gitarrensolo, mal eine zentnerschwere Bridge. Permanent wird man zwischen Brutalität à la Vomitory und deathcoriger Melodik hin und her geworfen, ohne jedoch den Fakt aus den Augen zu lassen, dass konsequent parallele Instrumentalstränge ineinandergewoben werden, die letztendlich zu einem makellosen Klangteppich werden, anstatt sich zu einem chaotischen Knäuel zu verwickeln – und auch hier zeigt sich die Extraklasse der Süddeutschen. Perfekt zu klingen ohne als Mainstream missverstanden zu werden will gelernt sein. Die großen Plattenfirmen sollten aber spätestens jetzt auf DARGOLF METZGORE aufmerksam werden und die Mannen nach „Bloodbath“ vom Fleck weg unter Vertrag nehmen – bleibt zu hoffen, dass hier nichts verbogen und verzogen wird und das nächste Album erneut zur Sternstunde des deutschen Death Metal mutiert. Hut ab! (hm)
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